Vino & Amore – German edition

Ein geplanter Trip nach Florenz im Frühjahr, ein garnicht erst gebuchter Sardinien Urlaub –  Corona hat mir und meinem Streben nach Dolce Vita einen ordentlich Strich durch die Rechnung gemacht. Damit habe ich mich ja nun längst abgefunden. Und wir wissen alle, wie unfassbar dankbar die Natur ist, dass die Flieger und auch die Autos im Gegensatz zu sonst viel weniger bewegt werden. Corona verbessert unseren ökologischen Fußabdruck was das Reisen angeht ungemein. Und auch wenn wir alle wissen, dass dieser Reisewahn sowieso ziemlich extreme Ausmaße angenommen hatte, können wir uns gegen ein gewisses Fernweh nicht wehren. Viele von uns haben lange die Füße still gehalten. Haben ihren Balkon, Garten oder den Wald vor der Stadt ganz neu zu schätzen kennen gelernt. Trotzdem. Sei es das von social media eingeflößte Streben nach Reisen oder einfach eine ungesättigte Neugierde nach Abenteuern fernab unserer Zuhauses – wir müssen einfach mal raus.

Bis zum „richtigen“ Urlaub, sprich 2 Wochen am Stück, ist es nun noch etwas hin. Trotzdem klopfen regelmäßig Neugierde und Entdeckerlust bei mir an. Dazu kommen noch ein gewisses Genussstreben und der Drang, mal für eine Zeit aus der Stadt rauszukommen. Nun war ich bereits einige Tage bei meiner Mama im Münsterland (meine Heimat) und dann bei Verwandten im Schwabenland, dann direkt nochmal bei Mama – es nützt nix. Wieder steht ein Wochenende vor der Tür, wieder möchte ich raus. Und klar, Holland sowie unsere Nordsee sind in nicht allzu weit entfernt. Trotzdem zieht es mich an die nur ca. 2 Stunden entfernte Mosel.

Urige Winzerhöfe, Steilhänge mit Weinreben soweit das Auge reicht, kleine Dörfer in denen jeder Balkon mit roten Geranien behangen ist und die Mosel, die sich still und trotzdem beharrlich durch die Landschaft schlängelt. Für viele mag die Mosel ein Ausflugsort für alte Leute sein. Für mich ist es einfach eine der romantischsten Gegenden in Deutschland. Ich steh auf all das: alte Städtchen, Häuser die über und über mit Wein berankt sind, immer gibt es irgendeine Burg zu erkunden und hier und da ein Gläschen besten Riesling. Und all das ganz ohne Hektik – ander als ein Städtetrip in die Metropolen dieser Welt, wo du versuchst in kürzester Zeit alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert zu haben. Denn sind wir mal ehrlich, oft ist das Stress pur.

Beilstein Altstadt

Also habe ich nicht lange überlegt und beschlossen: nächstes Wochenende gehts ab an die Mosel! Auf der Suche nach einer möglichst urigen und romantischen Unterkunft stieß ich auf das Hotel Haus Lipmann in Beilstein. Nachdem ich nun mehrmals in Traben-Trarbach sowie Bernkastel-Kues war, schien das Örtchen Beilstein, auch „Dornröschen der Mosel“ genannt, das perfekte unbekannte Ziel zu sein. Verleitet von den sehr guten Bewertungen sowie den wenigen aber aussagekräftigen Bildern auf verschiedenen Portalen, entschied ich mich ohne weiteres Überlegen für eine Übernachtung hier. Tipp: Ich buche immer beim Hotel direkt, am liebsten telefonisch! Denn meistens sind die Preise günstiger und man kann direkt über mögliche Wünsche bezüglich des Zimmers sprechen. Und so kam es, dass wir wenige Tage später eincheckten und unser wunderschönes Zimmer mit riesigem Balkon und wirklich direktem Moselblick betraten!

In Beilstein selbst gibt es nicht viel, aber ausreichend zu tun: die historische Altstadt bewundern, in einem der vielen netten Cafés frische Waffeln essen, hoch zur Burgruine Metternich laufen und verträumt auf die Mosel blicken. Achso, fast hätte ich natürlich das Wichtigste vergessen! 😀 Den Wein! Denn natürlich kommen Weinliebhaber hier voll auf ihre Kosten. So sind auch wir in einen Weinkeller (viele waren direkt in der Altstadt) marschiert, um uns ein wenig verköstigen zu lassen. Dabei haben wir uns für den ortsansässigen Winzer Otto Görgen entschieden. Nun sind wir absolut keine Weinexperten, wissen aber was wir mögen und können dies auch beschreiben. Aufgrund unserer laienhaften Geschmackbeschreibung wurden uns dann jeweils zwei Weiß- & Rotwein sowie Rosé präsentiert. Und für alle die sich vor sowas immer etwas scheuen: hier war man ganz unkompliziert, entspannt und vor allem sehr freundlich. Gekauft haben wir direkt 6 Flaschen – Cheers!

Nach einigen weiteren Erkundungstouren kam wir gegen 6 Uhr wieder im Hotel an. Hier begrüßte man uns so freundlich wie schon zuvor beim Einchecken. Tipp: Wir hatten bereits einige Tage vorher telefonisch einen Tisch zum Dinner im Hotel reserviert – natürlich auf der von Weinreben bewachsenen, super idyllischen Terrasse. Mit direktem Moselblick! Denn die Küche des Hotels ist äußerst beliebt und so war auch an diesem Abend jeder Platz ausgebucht. Essen gibt es ab 18:00 – 20:00 Uhr, sprich die Hauptspeise kann man um spätesten um 20:00 Uhr bestellen. Erst fanden wir das seltsam, aber nachdem man den ganzen Tag unterwegs war, kommt der Hunger eh recht zeitig. Erstaunlich: unseren Tisch in bester Lage hat man uns von 18:00 bis 20:00 Uhr durchgehend reserviert, ohne konkreten Zeitpunkt: „Kommen Sie einfach, wann Sie mögen“ hieß es. Und was soll ich sagen, von der Vorspeise über den Hauptgang bis hin zur Nachspeise war es ein köstlicher Abend. Ganz abgesehen von der extrem freundlichen Bedienung sowie hervorragenden Weinberatung!😍

Nach diesem köstlichen Dinner haben wir den Abend auf unserem Balkon ausklingen lassen. Wahnsinnig gemütlich, völlig unaufgeregt und unglaublich erholsam. Das Frühstück am nächsten Tag gab es wieder auf der Terrasse unter einem Dach aus Weinreben. Es lies natürlich keine Wünsche offen. Wir haben königlich gespeist, zeitnah ausgecheckt und haben zum Abschied selbst gemachtes Gebäck mit auf den Weg bekommen.

Fazit: Es gibt so oft Hotels, Restaurants & Regionen, die sich ihrer Touristen sicher sind. Und Beilstein kann sich dieser ziemlich sicher sein! Trotzdem wurden wir hier stets sehr herzlich und zuvorkommend behandelt – auch als ich im Café das ganze Kännchen Milch auf der halben Terrasse verteilt habe! 😀 Für mich ist und bleibt die Mosel ein kulinarisches Naherholungsgebiet mit ganz viel Herz und Genuss. Und Beilstein ist bestimmt nochmal einen Besuch wert – dann sicher auch einen Tag länger.

Ihr habt Kurztrip-Tipps für mich, die „um die Ecke“ liegen? Her damit! Und wer Fragen zu unserem Aufenthalt hat – her damit!

Und jetzt Salute & CiaoCiao!😘

Eure Carina.

 

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