SUP-Yoga – ein Erfahrungsbericht

Ich halte meine Augen geschlossen und versuche im Schneidersitz das Gleichgewicht zu halten. Eigentlich keine Schwierigkeit, aber der Boden unter mir schwankt, er bewegt sich auf und ab. Eine Stimme sagt mir, dass ich die Luft um mich herum wahrnehmen soll. Direkt spüre ich wie der Wind über meine Haut streicht und ich eine leichte Gänsehaut bekomme. Ich soll auf meine Atmung achten, wie mein Körper sich durch das tiefe Ein- und Ausatmen bewegt. Der Brustkorb hebt und senkt sich. Mir wird plötzlich bewusst, dass ich im Alltag immer viel zu kurz und flach atme. Denn jetzt spüre ich, wie viel Luft eigentlich in meine Lungen passt. Auch nehme ich die Geräuschkulisse, welche mich umgibt, intensiv wahr. Vor allem die Geräusche der Wellen, welche sanft gegen meinen schwankenden Untergrund schlagen.

„Komm im Hier und Jetzt an – öffne langsam deine Augen.“ Innerhalb weniger Minuten habe ich mich entspannt und in meine Umgebung integriert. Ich öffne die Augen. Vor mir sitzt Nina und lächelt mich an. Nina von Kolibri Yoga aus Köln macht bereits seit 2005 Yoga und ist seit 2014 Yogateacher. Sie sitzt mir in bunter Fitnesskleidung gegenüber auf einem SUP-Board. Ganz genau, wir befinden uns mitten auf dem Straberger See am Wakebeach257! in Dormagen. Zunächst sind wir noch ganz Stand-Up-Paddling konform auf die Mitte des Sees gepaddelt, um unsere Boards hier an einer Boje festzumachen. Denn wir machen heute Yoga auf dem SUP-Board. Klingt erstmal verrückt oder? Dachte ich auch als ich diese Art von Yoga auf Ninas Instagram Account entdeckte. Denn dort fand ich Bilder von strahlenden Yogis umgeben von Wasser. Okay, dachte ich mir, ich steh auf SUP und mache super gerne Yoga, so why not?

Ich nahm Kontakt zu Nina auf und ruck zuck sitze ich jetzt mitten auf dem See soll hier den friedlichen Krieger oder herabschauenden Hund praktizieren?? Aber zunächst starten wir mit einfachen Dehnungsübungen und lernen das Board kennen. Denn auf diesem Untergrund, der sich im Takt der Wellen bewegt, bekommt das Gleichgewicht nochmal eine ganz neue Bedeutung. Langsam steigert Nina das Niveau und tatsächlich schaffe ich es, Übungen auf dem SUP auszuführen, von denen ich vorher nur geträumt habe. Es ist die Kombination aus Atmung, Konzentration und Ninas angenehmer Stimme, die mir so viel Vertrauen gegeben hat, dass ich mich selbst überrascht habe.

Dieses Gefühl kenne ich sonst nur vom Skifahren: Die Verschmelzung von Körper, Natur und Selbstvertrauen. Es ist für mich die schönste und effektivste Form um den Kopf frei zu bekommen. Die ist auch einer der Gründe warum Nina SUP-Yoga anbietet: „Das Wasserelement und der Mensch fügen sich zusammen. Es ist wie ein Kurzurlaub.“ Und das ist auch das Feedback der anderen Teilnehmer. Denn es geht nicht allein um eine reine Gymnastikübung. „Beide Gehirnhälften werden miteinander verbunden und der Gleichgewichtssinn maximal geschärft.“ erklärt Nina mir. Deswegen bietet sie im Winter in ihrem Studio in Köln Yoga auf sogenannten Indoorboards an. Das ist natürlich nicht mit der beruhigenden Atmosphäre des Sees vergleichbar – der Trainingseffekt ist trotzdem vorhanden!

Am Ende sitzen Nina und ich am Ufer des Sees noch etwas zusammen und lassen die Sonne untergehen. Während wir aufs Wasser schauen erzählt sie mir wie sie zum Yoga gekommen ist. Ich höre ihr gerne zu wenn die über ihre Leidenschaft spricht. Denn man spürt wie erfüllt und zufrieden sie in diesem Moment ist. Und ich kann sie verstehen.

Ich werde im nächsten Frühjahr wieder auf dem See sein. Ihr müsst ausprobieren worauf ihr Lust habt, so verrückt oder seltsam manche Hobbys auch klingen. Und wenn ihr mich fragt: Ab aufs Board und macht den herabschauenden Hund !

Eure Yogi-Carina!❤️

P.S.: Nina findet ihr bei Instagram unter dem Namen kolibri.yoga und ihr Studio ist in der Lübecker Straße 16 in Köln!

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