Sommerpause

„Warum schreibst du eigentlich keine Artikel in letzter Zeit?“ oder „Naja, hast ja nicht lange durchgehalten mit deinem Blog“ sind nur zwei der vielen Fragen und Bemerkungen die ich in diesem Sommer zu hören bekam. Und es stimmt, ich habe seit Wochen nicht geschrieben. Es ging einfach nicht. Unzählige Male habe ich mich hingesetzt, versucht die vielen Gedanken die mich beschäftigten, zu Papier zu bringen. Ich hatte gehofft, dass das Schreiben mir hilft Klarheit in das Chaos in meinem Kopf zu bringen. Denn das ist einer der Gründe warum ich schreibe: wirre Überlegungen und Fragen entzerren, sie nieder schreiben, aufräumen sozusagen.

Aber mein Kopf und meine Hand wollten diesen Sommer nicht. Immer wieder ließ ich frustriert den Stift sinken. Bald hatte ich eine Ansammlung von nie zu Ende gebrachten Artikeln. Wo war meine Leidenschaft hin? Meine innere Schriftstellerin, die immer davon träumte ein Buch zu schreiben, sie hatte sich aus dem Staub gemacht! Dabei wurden die Gedanken nicht klarer sondern nur noch verworrener.

Die erste Hälfte des Jahres 2018 liegt bereits hinter uns und es riecht nach Herbst. Ich habe eine Trennung, einen Umzug, den Tod meiner Oma, berufliche Unzufriedenheit sowie eine kleine aber feine Sinnkrise hinter mir. Mein zuverlässigster Helfer, das Schreiben, hat mich verlassen. Anstatt also zu Stift und Papier zu greifen, hatte ich diesen Sommer einen anderen Helfer. Um genau zu sein mehrere liebevolle Helfer: meine Freundinnen.

Wer mich von Instagram kennt, konnte es wahrscheinlich irgendwann nicht mehr sehen: gefühlt 90% meiner Stories bestanden aus Mädelsabenden. Weißwein, Pizza und immer wieder die selben lachenden Gesichter. Immer die selben Boomerangs. Immer unterwegs in der Stadt. Was fast schon nach einem „Sex and the City“ Leben in Köln aussah, war in Wahrheit meine ganz persönliche Selbsthilfegruppe.

Nicht das Schreiben hat mich diesen Sommer geheilt, es war meine Sprache. Unsere Sprache. Und das an mindestens sieben Tagen in der Woche. Denn was das Handy nicht eingefangen hat waren unsere Gespräche, welche mich zum weinen, laut lachen und nachdenken gebracht haben. Die Gespräche mit meinen Freundinnen welche letztlich wie Medizin gewirkt haben.

Und Stück für Stück klärt sich das Chaos in mir. Heute habe ich das erste mal wieder einen Stift in die Hand genommen und geschrieben ohne inne zu halten. Dieser Artikel entstand in zehn Minuten und kommt voller Leidenschaft. Er ist ein Dank an alle meine Mädels! ❤️

Ich habe euch lieb, eure Carina!

 

P.S.: Die Schriftstellerin ist aus der Sommerpause zurück, vielleicht bringe ich ja noch den ein oder anderen angefangenen Artikel zu Ende. 😊