Tage wie diese…

… oder auch: als die Welt kurz stehen blieb.

Meine Augen sind geschlossen während einige Lichtstrahlen durch die Baumkronen brechen und mein Gesicht streicheln. Meine Nase nimmt den süßlich warmen Geruch von Frühling wahr, dieser Geruch der über Nacht plötzlich da ist. Er lässt uns schlagartig  von Sommernächten träumen. Ich denke an die Sommernächte in meinem Heimatstädtchen, als wir uns Nachts auf die aufgeheizten Tischtennisplatten unserer Schule gelegt haben, billigen Sekt tranken und stundenlang in den Himmel blickten. Auf dem Land leuchten die Sterne viel heller als in der Stadt.  „Tage wie diese…“ weiterlesen

Digitaler Frühjahrsputz

Oder auch: mein Instagram Frust und die Follower-Ego-Falle!

„Instagram hat sich verändert, Instagram macht weniger Spaß, Instagram frustriert mich.“ – diese sind nur einige der Gedanken, die mich immer häufiger beschäftigen. Seit wann genau mich diese zunehmend stärker werdende Unzufriedenheit in Bezug auf meine eigentliche LieblingsApp überfallen hat, kann ich garnicht so genau sagen. Eine Art schleichender Prozess, wie in einer Beziehung die eigentlich mal recht leidenschaftlich war, aber still und heimlich zu einem erkalteten nebeneinanderher leben wird. Und so wie man müde wird seinem Partner Aufmerksamkeit zu schenken oder sich Mühe zu geben, so bin ich müde geworden durch meinen Newsfeed zu scrollen. Müde die immer ähnlicher werdenden Posen und Bilder, die immer gleichen Produktplatzierungen zu sehen. Müde von den abgedroschenen Sprüchen und vermeintlich tiefsinnigen Captions wie: Genieße jeden Moment – live your life , ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag usw. – diese „Weisheiten“ sind auch nicht falsch, trotzdem wirkt es oft nur so daher geschrieben. Müde bin ich auch von meinen eigenen, teilweise wenig sinnvollen ich-lächle-nett-in-die-Kamera-Bildern. Versteht mich nicht falsch, jeder soll auf Instagram das machen worauf er Lust hat, das ist der Sinn der App. Trotzdem sollte ich für mich hinterfragen, warum ich beim Öffnen der App eher ein gelangweiltes statt inspirierendes feeling habe. „Digitaler Frühjahrsputz“ weiterlesen

Hallo neues altes Frauenbild!

Für meinen Job habe ich einen Artikel geschrieben – und möchte ihn nun auch hier teilen. Denn ich denke, dass noch viel mehr Menschen über dieses Thema lesen müssen, da es uns in so vielen Branchen und auch alltäglichen Situationen begegnet. Dies ist kein nach Feminismus schreiender Artikel, es ist einfach ein faktisches Abbild dessen, was immer noch zu häufig Gang und Gebe ist: Die Ungleichbehhandlung von Frauen – in diesem Fall in der Schauspielbranche. Lest rein und lasst mich eure Gedanken wissen:

Die unterschiedliche Behandlung von Mann und Frau – ist gefühlt und real ein Dauerthema. Begriffe wie Gender Pay Gap, Lohn(un)gleichheit, sowieso Gleichbehandlung und der Ruf nach Frauen in Führungspositionen ist uns allen nur zu gut bekannt. Vielleicht so bekannt, dass wir mittlerweile abgestumpft sind?

Vor rund einem Monat wurde die von den Rostocker Wissenschaftlerinnen Professorin Elizabeth Prommer und Dr. Christine Linke in Berlin durchgeführte Studie zum Thema Ausgeblendet – Frauen im deutschen Film und Fernsehen präsentiert. Und die vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass all die Diskussionen und Berichte zum Thema Ungleichbehandlung gerechtfertigt sind. Unsere Branche (Anm.: Schauspielbranche) wirkt in dieser Hinsicht erschreckend stereotyp, traditionell und wenig fortschrittlich!

Entertainment, Fernsehen und Film, hier werden Rollenbilder geschaffen. Rollenklischees in denen Frauen zumeist jung, hübsch und dekorativ sind. Jung heißt hier maximal Ende 20, denn ab 30 verschwinden sie sukzessive vom Bildschirm und von der Leinwand. Und dies gilt für alle Sender und Genres gleichermaßen. Dagegen steht der starke und kluge Mann, der bis ins hohe Alter die entscheidendsten Rollen spielt und dem dabei zumeist eine überverhältnismäßig jüngere Ehefrau zur Seite gestellt wird. Welches gesellschaftliche Bild wollen wir damit erschaffen?

Und diese Rollenbilder sollen sich offensichtlich schon in den Köpfen unserer Kinder festsetzen. Denn die Studie hat ebenfalls herausgefunden, dass selbst im Kinderfernsehen die Cliquenanführer zu 80% männlich sind und auch Wissensendungen von den Herren dominiert werden. Um das Klischee abzurunden: drei Viertel der weiblichen Körper in Zeichentrickserien haben eine so schmale Taille, dass Rippen und Organe gar keinen Platz finden würden.Demgegenüber werden aber nur 25 Prozent der männlichen Körper zu schmal gezeichnet. Unsere Kinder erfahren also bereits von Beginn an, wie ein Junge und wie ein Mädchen vermeintlich auszusehen und sich zu benehmen haben.

Natürlich spiegeln sich die Rollenklischees nicht nur in der optischen Darstellung wieder. Auch die inhaltliche Positionierung ist deutlich: der Mann erklärt die Welt. Sie sind die Experten, die Journalisten, Sprecher und die Gameshow-Hosts. In Zahlen ausgedrückt: In deutschen Fernsehserien sind 62 Prozent der Hauptakteure Männer. Bei Informationsprogrammen sind es gar 68 Prozent und wenn Experten zu Wort kommen, dann sind es in 79 Prozent der Fälle die männlichen Kollegen. Caster Clemens Erbach sagt dazu: „Irgendwo ist in den Köpfen verankert, dass Ärzte und Anwälte grundsätzlich von Männern gespielt werden sollen und so fndet man es häufig auch in den ersten Drehbuchfassungen. Das ist natürlich völliger Quatsch und spiegelt mitnichten die gesellschaftliche Realität wieder!

Die Frau wird somit einfach nicht authentisch dargestellt und statt ein Spiegelbild unserer Gesellschaft zu zeigen, werden weiterhin veraltete Rollen- und Geschlechterbilder in die Köpfe der Zuschauer zementiert. Bereits 2017 stand in der Berliner Zeitung in einem Artikel von Melanie Reinsch: „Auf den Bildschirmen sind Frauen nur zu 30 Prozent sichtbar, während sie doch eigentlich die Hälfte der Gesamtbevölkerung vertreten.“ Wo sind also all diese Frauen wenn wir die Flimmerkiste einschalten oder ins Kino gehen?

Nicht zu vergessen die vielen kritischen Äußerungen der Schauspielerinnen, die diese Ungleichbehandlung schon oft öffentlich angesprochen haben. Denn gänzlich neu ist diese Diskussion in der Schauspiel- und Medienbranche sicher nicht. Und „me-too“ mal ganz außen vorgelassen! Schauspielerin Nina Vorbrodt sagte 2015 in einem Interview „…als Frau hat man es auf jeden Fall in der Schauspielbranche sehr schwer, denn in jedem Film, in jeder Serie gibt es grundsätzlich überwiegend Männerrollen, so wie es auch überwiegend Regisseure, Kameramänner, Tonmeister, Beleuchter etc. gibt. Da ist noch viel Handlungsbedarf, was die Gleichstellung von Frauen und Männern betrifft.“ Damit hat Nina vollkommen Recht. Denn tatsächlich arbeiten auch weniger Frauen hinter der Kamera. Und natürlich verdienen sie weniger als ihre männlichen Kollegen – wen wundert das noch?

Mit Hilfe der Auswertung von 3.500 Stunden Fernsehen und 800 deutschen Kinofilmen hat man nun die Daten vorliegen, welche diese Äußerungen und Wahrnehmungen untermauern. Und ganz offenbar haben wir hier noch einiges zutun. Für uns erschreckend und zugleich der Auslöser drüber zu schreiben, ganz egal ob das Thema dem ein oder anderen schon zu den Ohren raushängt! Eine Folgestudie wird 2021 neue Erkenntnise liefern – und zeigen ob sich was verändert hat!

Hier endet der Artikel, aber die Gedanken gehen erst richtig los. Mich persönlich hat bei der Recherche vor allem schockiert, dass wir alle schon von Kindes Beinen an manipuliert werden. Den Mädchen wird suggeriert wie sie auszusehen und uns zu benehmen haben – den Jungs zeitlich natürlich dasselbe Frauenbild eingebläut! Kein Wunder, dass dies ein wiederkehrender Kreislauf unveränderter Rollenbilder ist.

Was hat euch zum Nachdenken gebracht? Lasst mich wie immer gerne eure Meinung wissen. 🙂

Eure Carina

Den Originalartikel gibts übrigens hier.

Smart durchs Netz!

Es ist 07:00 Uhr, mein Wecker klingelt. Ziemlich verschlafen nehme ich mein Handy in die Hand um das nervtötende Geklingel auszuschalten. Danach öffne ich sofort meine Musicplaylist um in Schwung zu kommen. Als nächstes werden die WhatsApp Nachrichten gelesen. Informiert darüber, was es Neues bei meinen Freunden gibt, bewegt sich mein Daumen konsequent über das Display. Instagram ist mein nächstes Ziel. Neue Likes und Follower, ein paar Nachrichten und Reaktionen auf meine Stories. Schnell scrolle ich durch meinen Feed, like und kommentiere einige Bilder, bevor ich die App wieder schließe. Noch fix den Mail-Ordner und die Wetter-App geöffnet – fertig. Es ist 07:05 Uhr und meine erste digitale Befriedigung liegt hinter mir.

Der Rest meines Tages geht in diesem Takt weiter und es gibt ständig Momente, in denen ich zum Handy greife. Sei es Musik, Mails, das Wetter, Nachrichten, Kalender, Fotos, Netflix oder oder oder…. Mein Handy ist mein treuester Begleiter und hilft mir in jeder Situation weiter. Während ich das grade schreibe, stelle ich mir prompt vor, wie aufgeschmissen ich wäre, wenn das Handy verloren gehen würde! Wie überlebe ich dann nur ohne meinen Zykluskalender als App?! 😄 Aber, neben all den netten und praktischen Apps, aktiviere ich mein Smartphone vor allem aus einem Grund: Social Media.

Ob Instagram, Facebook, Twitter oder Snapchat – Social Media hat viele von uns fest im Griff. Wir führen auf diesen Plattformen teilweise ein zweites soziales Leben. Mit digitalen Freunden, mit denen wir uns austauschen, mit ganz anderen Communities und Netzwerken als in der Realität. Mit Likes und Followern, die bewusst oder unbewusst unser Ego streicheln (wer etwas anderes behauptet, ist nicht ganz ehrlich). Plattformen, auf denen wir die Möglichkeit haben uns auszudrücken, zu präsentieren, kreativ zu sein und uns inspirieren zu lassen. Ich finde das wundervoll, bereichernd und völlig in Ordnung. Bis zu einem gewissen Punkt.

An diesem Punkt stand ich vor ungefähr einem Jahr. Denn meine größte Social Media Liebe war und ist Instagram. Wenn Studien behaupten, dass man bis zu 60-mal am Tag das Handy aktiviert, konnte ich darüber nur müde lächeln. Völlig fixiert auf die App wurde Instagram in kürzester Zeit zu meinem neuen Lebensmittelpunkt. Mein damaliger Freund sah mich nur noch mit dem Kopf aufs Handy gerichtet und wurde zum #instagramhusband, welcher ständig Bilder von mir machen musste. Anstatt mit meinen „echten“ Freunden zu kommunizieren, textete ich mit den Mädels aus meiner Community. Selbst beim Sport verbrachte ich die Zeit auf dem Crosstrainer damit, Kommentare zu beantworten und Bilder zu bearbeiten. Instagram nahm einen Großteil meines Tages ein. Ich konnte mich stundenlang in Netz verlieren. Bis zu dem Tag, als mein Account aufgrund technischer Fehler gesperrt wurde. Ich bin völlig durchgedreht und stellte mir die Frage „Wer bin ich ohne meinen Instagram-Account?“. Erschreckend oder? Die Sperrung hielt ganze drei Tage an. Und was ich zunächst für die absolute Katastrophe hielt, stellte sich als absoluter Segen heraus. Denn schon am zweiten Tag merkte ich, wie mich ein gewisser Druck verließ, wie mein Kopf sich entspannte und mein Gehirn wieder frei wurde für neue, frische Gedanken. Ich realisierte sehr schnell, wie abhängig ich mich von dieser App gemacht habe – und wie gut mir eine Handy freie Zeit tut. Meinen Account bekam ich zurück und natürlich war ich überglücklich, aber etwas hatte sich verändert. Von einem alltagsbestimmenden, energiesaugenden und ständig fordernden Netzwerk wurde Instagram für mich wieder das, was es mal war: Ein Hobby.

Ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. In Gesprächen mit Freundinnen und anderen Insta-Girls wurde deutlich, dass dieses Gefühl der Abhängigkeit nicht nur mich belastet. Daher finde ich es toll, dass sich mittlerweile auch viele Bildungsträger, Unternehmen und andere Einrichtungen mit dem Thema beschäftigen wie zum Beispiel die AOK. Die Gesundheitskasse beschäftigt sich auf ihren Jugendportalen gerade mit dem Thema Digitalisierung und zeigt euch, wie ihr #smartdurchsnetz kommt. Auf der Website der AOK-on warten dazu spannende Interviews und Beiträge, außerdem findet ihr gute Tipps und Lifehacks auf dem dazugehörigen Instagram- und Facebook-Kanal . Denn grade die Generationen, wie meine jüngeren Geschwister, die mit dem Smartphone groß werden wie ich mit dem Gameboy, verbringen viel Zeit im Netz. Und das ist toll, denn das Internet hat unfassbar viel zu bieten, so lange es nicht überhand nimmt. Wie bei mir und meiner kleinen Instagram-Liebe.

Heute, ein Jahr nach meinem gesperrten Account, habe ich mehr denn je mit den sozialen Plattformen zu tun. Denn mittlerweile arbeite ich im Online-Marketing und als Social Media Managerin. Und Instagram ist immer noch eine meiner Lieblings-Apps. Allerdings habe ich gelernt, mir bewusst Grenzen zu setzen. Mir freie Zeiten zu schaffen, in denen ich mich der ständigen Erreichbarkeit entziehe und das Handy einfach mal Handy sein lasse. Spazieren gehen, Yoga machen, lesen (ihr wisst, ich bin ein Bücherwurm) und einfach mal loslassen. Ich brauche diese bewussten Pausen um meinen Kopf frei zu bekommen von der Informationsflut und um mich wieder neu zu fokussieren. Vor allem macht mir dann Social Media auch wieder viel mehr Spaß! Meine Bitte daher:                 Lebt öfter offline!

Eure Carina 😊

P.S.: Ein kleiner Tipp von mir – bei geselligen Treffen mit Freunden oder der Familie einfach mal alle Handys einsammeln und erst nach zwei Stunden wieder austeilen. Das bewirkt wahre Wunder für Gespräche und die gemeinsame Zeit. 😉

 

 

 

Storytime!

Ich bin zu Besuch in der Heimat. Meine Mama und ich wollen zusammen in die Stadt, ein wenig bummeln und Kaffee trinken. Während ich darauf warte, dass sie endlich mit ihren Haaren fertig ist, spiele ich mit meinem Handy. Instagram natürlich, was sonst? Aus Langeweile schieße ich ein Selfie und lade es in meiner Story hoch. Da mir kein sinnvoller Text oder lustiger Spruch einfällt, versehe ich das Bild mit einem simplen „Hi!“. Ich merke dabei nicht wie meine Mutter bereits fertig ist und mich beobachtet. Als ich sie erblicke verdreht sie genervt die Augen und sagt: „Muss das immer sein? Müssen alle immer wissen was du tust? Wo du bist? Was du denkst oder isst? Hör doch mal auf damit!“. Ich lade die Story hoch, obwohl ich weiß dass sie mit ihrer Kritik Recht hat.

Im Laufe des Tages landen weitere unbedeutende Bilder und Videos in meiner Story. Eigentlich unbewusst. Aus Langeweile und Gewohnheit. Kennt ihr das? Ohne groß darüber nachzudenken teilen wir so viel von unserem Tag mit, dass es schon zur Selbstverständlichkeit wird. Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, dass das soeben geschossene Bild von meinem Kaffee eigentlich total unnötig ist. Trotzdem kann ich nicht anders und poste es.

Aber was ist die Konsequenz aus all dem? Klar, ich habe mein offensichtliches Mitteilungsbedürfnis befriedigt. Denn immer wenn ich etwas poste, sende ich auch eine Botschaft über mich aus. Dies kann ganz unbewusst passieren. Nehmen wir den Kaffee mit meiner Mama. Ich teile offensichtlich mit: Mama und ich trinken Kaffee zusammen. Und unbewusst: Ich bin ein Familienmensch und verbringe gerne Zeit mit meiner Mutter. Aber was steckt in Wahrheit dahinter? Vielleicht dass ich eine schwierige Zeit habe. Und dahin flüchte wo ich mich wohl fühle. Wo ich wieder aufgebaut werde: Zuhause bei meiner Familie. Aber das teile ich meiner Community so nicht mit. Sie sieht einfach nur den Kaffee, den ich zusammen mit Mama trinke. Natürlich steckt nicht hinter jedem Posting eine tiefere Botschaft. Es macht ja auch einfach Spaß, lustige oder schöne Bilder und Videos zu posten. Und doch lässt sich vieles, viel mehr als wir vielleicht realisieren, aus den kleinen 24h Geschichten auf unserem Account ablesen.

Aber was passiert, wenn wir mal keine Story hochladen? Wenn um unser Profilbild kein leuchtender Kreis ist, der signalisiert, dass wir wieder etwas mitteilen wollen?

Es war Samstagabend und zusammen mit meiner Freundin wollte ich nach langer Zeit mal wieder tanzen gehen. Ich hatte stressige Tage hinter mir und freute mich auf ein paar Stunden Girlstime. Meine Freundin kam zu mir und wir machten uns gemeinsam fertig. Während wir uns schminkten machten wir einen kurzen Boomerang und luden ihn hoch. Es folgte ein gemeinsames Selfie. Als wir im Club angekommen waren, posteten wir noch den typischen „Wir stoßen mit unseren Gläsern an“ – Boomerang. Danach steckten wir die Handys weg und gaben uns Social Media Verbot! Einfach mal abschalten. Wir verbrachten den Abend auf der Tanzfläche, wo wir eh keinen Empfang hatten. So kamen wir auch nicht in Versuchung, irgendwelche weiteren Bilder oder Videos hinaus in die Welt zu schicken.

Am nächsten Morgen wurden wir in meinem Bett wach und lachten über den lustigen Abend. Während ich uns Kaffee kochte checkte ich mein Handy. Dort erwartete mich eine ungeahnte Konsequenz der kurzen Instagram-Abwesenheit. Mir wurden kritische Fragen gestellt warum ich nicht weiter Stories gepostet habe. Auch fantasievolle Gedanken wie der Rest der Nacht wohl verlaufen ist, wurden mir mitgeteilt. Es kam sogar der Hinweis, dass es ja seltsam sei 12h nichts zu posten (man Bedenke dass wir ja auch irgendwann geschlafen haben 😄). Ernsthaft?

Nach dem ersten Schock über diese heftigen Reaktionen folgten Entsetzen und Wut. Denn ich fühlte mich als Mensch abhängig gemacht von meinem Verhalten auf dieser App. Ich empfand es wie ein Eindringen in meine Privatsphäre. Aber welche Privatsphäre eigentlich? Prompt vielen mir die Worte meiner Mutter wieder ein. Ich hatte selber dafür gesorgt, anhand von Insta-Stories transparent und nahezu kontrollierbar zu sein. Und den Zuschauern Raum für Spekulationen zu geben.

Darf ich mir keine Pause gönnen? Keinen Abstand von dem Druck dauerhaft online sein zu müssen? Ohne das eine Abwesenheit meiner Stories für Stories in den Köpfen der Zuschauer sorgt? Doch, das darf ich!

Denn wir wissen alle, dass das was wir auf Instagram mitteilen immer nur ein Teil der Wahrheit sein kann. Meine Community hat gesehen, dass meine Freundin und ich feiern gehen und hat vielleicht gedacht: Die beiden haben Spaß, lassen es krachen! Dass ich eigentlich niedergeschlagen war und meine Freundin mich aufmuntern wollte, das hat keiner gesehen.

Ich werde weiter Stories posten. Auch wenn mich diese Erfahrung wirklich erschrocken hat und ich mir jetzt öfter Gedanken machen werde, was ich mitteile. Ich werde mir aber auch meine Pausen gönnen, wenn ich einfach keine Lust habe aktiv zu sein. Und dafür muss ich mich nicht rechtfertigen! Instagram ist nur ein kleiner Teil meines Lebens, ich werde eine solche Abhängigkeit nicht zulassen.

Und das solltet ihr auch nicht!😊

Eure Carina