Carina im digitalen Zeitalter

Geboren in den 90er Jahren, bin ich mit „Verstecken mit Freischlag“, Sailor Moon, Gameboys und Radlerhosen groß geworden. Und obwohl ich recht früh einen Computer und auch ein Handy besaß, hatte ich nie großes Interesse daran. Zerrissene Hosen, dreckige T-Shirts und nasse Schuhe waren eher meine Spezialität. Ich besaß extra Kleidung zum draußen spielen, meist Second Hand Klamotten, da bei mir nichts lange heile blieb. Den ganzen Tag draußen spielen und erst heim laufen wenn es dunkel wird. Etwas woran ich heute wahnsinng gerne zurück denke. Erst als Teenager, vor allem als Jungs interessant wurden, entdeckte ich den Computer, der in meinem Zimmer mittlerweile einstaubte, neu. Denn während ich vorher höchstens mal Moorhuhn gespielt hatte (wer kennt’s noch?), war plötzlich ICQ der Grund warum ich täglich den PC anschaltete. Das war dieser total angesagte Messenger mit der süßen Blume!🌸 Ich konnte stundenlang davor sitzen, um darauf zu warten dass mein heimlicher Schwarm „on“ kam. Nur um ihm dann letzendlich doch nicht zu schreiben. Viel mehr chatte ich mit meinen Freundinnen und verschickte Nachrichten die voll von HDGDL und BFF waren.

Später kam WAF-Chat dazu. Eine Art lokaler Vorreiter von Facebook für die Gegend in Westfalen aus der ich gebürtig komme. Mittlerweile natürlich offline und in Vergessenheit geraten. Hier konnte man sich ein Profil anlegen, Bilder hochladen, Aufnahmen von Partys aus der Region sowie anstehende Veranstaltungen ansehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits ein Profi darin, Bilder von mir selbst zu schießen. Allerdings mit einer normalen Fotokamera und dem Selbstauslöser. Dass dies mal von der Handyherstellerbranche als Marktlücke entdeckt wird und heute als Selfie ein fester Begriff in unserem Vokabular ist, das hat wohl keiner erwartet. Und obwohl ich Spaß daran hatte Bilder hochzuladen, bei anderen zu kommentieren und zu chatten, bin ich bezüglich der modernen Social Media Plattformen ein Nachzügler. Nach WAF-Chat versuchte ich mich eine Zeit lang auf Studie-VZ. Hier war ich schnell gelangweilt und meldete mich wieder ab. Gegen Facebook hatte ich mich lange gewehrt. Musste dann aber irgendwann doch erkennen, dass wohl kein Weg daran vorbeiführt.

Und als absolute Schlafmütze meldete ich mich erst im Sommer 2016 bei Instagram an. Dies aber auch nur auf drängende Empfehlung einer Freundin. Ich selbst hatte natürlich die typischen Vorurteile gegen diese App und schlicht kein Interesse daran. Allerdings änderte sich diese Einstellung schlagartig und ich frage mich manchmal, warum ich nicht früher darauf gekommen war. Heute verbringe ich täglich viel Zeit damit, auf Instagram unterwegs zu sein. Ich habe wahnsinnig Spaß daran meine Bilder hochzuladen, bei anderen Inspiration zu sammeln, sich auszutauschen und manchmal auch einfach nur so. Um meine digitale Leidenschaft vollständig auszuleben, schreibe ich nun diesen Blog. Hey, es ist 2018 und auch ich bin endlich im digitalen Zeitalter angekommen. Besser spät als nie! Und weißt du was? Nichts tut so gut wie ab und zu den Flugmodus einzuschalten. Nicht erreichbar sein und nicht in dieser digitalen Welt leben. Dann schau ich mir eine Folge Sailor Moon an, gehe im Wald spazieren oder lese einfach ein paar Seiten in einem echten Buch. Es tut mir gut, ab und zu das Kind der 90er wieder rauszulassen, welches ich wohl für immer irgendwie sein werde! Nur das mit den kaputten Hosen, das passiert mir heute seltener. 😉

Was tut dir gut um von Social Media abzuschalten? Oder nimmst du dir nie eine Auszeit von der digitalen Welt? Schick mir gerne deine Rituale und Tipps um wieder etwas reallife und Ruhe in deinen Alltag zu bringen!

Ich freue mich von dir zu lesen, deine Carina!